Autor Thema: Quo vadis, Staatswesen?  (Gelesen 3644 mal)

ANOther

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Quo vadis, Staatswesen?
« am: März 04, 2011, 16:44:13 »
vlt sollte man eine mindestgröße für politiker einführen, >1m35
  • sollte reichen. dann würden alle rausfallen, die kein rückgrad haben;)
  • [0] aja, vlt sollte man noch eine weitere bedingung hinzufügen: h>b, höhe muss größer sein als die breite, sonst könnte man sich mit hilfe von burgern, fritten und co doch wieder einen sitz in der regierung erschwindeln;)
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Don Manuel

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Re: Quo vadis, Staatswesen?
« Antwort #1 am: März 04, 2011, 17:31:35 »
Ich würde mal mit einem IQ-Test anfangen und akademische Fachkenntnis für das jeweilige Ressort voraussetzen...
Die Wissenschaftler versuchen, ihre falschen Theorien zu eliminieren, sie versuchen, diese an ihrer Stelle sterben zu lassen.
Der Glaubende dagegen - Tier oder Mensch - geht mit seinem falschen Glauben zugrunde.

Sir Karl Popper

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Re: Quo vadis, Staatswesen?
« Antwort #2 am: März 04, 2011, 17:55:43 »
;)
das wär auch ein ansatz...

ev. könnte man auch viel gewinnen, wenn man die ministerien etwas - anders aufbauen würde...

so, dass zb auch menschen mit frischen ideen und gedanken in die entscheiderpositionen kommen können, menschen, die nicht durch die diversesten parteiakademien gewandert sind...


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Re: Quo vadis, Staatswesen?
« Antwort #3 am: März 04, 2011, 18:08:25 »
Parteien und deren Akademien erscheinen mir insgesamt überholt. Das stammt aus einer Zeit, als man noch den richtigen Weg in einer Ideologie gesucht hat, der wiederum die weniger bedeutenden Fakten immer unter- oder zumindest einzuordnen waren. Fast könnte man hier den Mangel an wissenschaftlicher Aufklärung im ja eigentlich säkularen Staatswesen erkennen. Im Grunde bräuchte es eine Struktur aus Wissenschaft/Diskussions-Moderator/Demokrat (ischer Bürger).

Ein interssantes Beispiel ist hier für mich ein Diskussionsformat, wie z.B. Maybrit Illner. Da ist eine blitzgscheite, extrem flinke und äußerst disziplinier-te/-ende Moderatorin, ein Publikum und, naja, meist eh viele Politiker, aber dazu halt auch wirkliche Fachleute. Wenn wir den Politikern zumindest Wissen über Macht und Geld an sich ein wenig zusprechen, sind sie da ja auch ein bisserl Fachleute ;)
Aber worauf ich hinaus will: Ich schau mir das immer wieder (wenn auch nicht regelmäßig) und meist mit großem Vergnügen an. Weil in dieser speziellen Konstellation gelingt es oft, Dinge auf den Punkt zu bringen in 45min, da murxen heutige Parlamente im Konzert mit all den Medien rund herum um ein zig- bis hundertfaches so lange dran rum.
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Re: Quo vadis, Staatswesen?
« Antwort #4 am: März 04, 2011, 18:25:59 »
ich denke allerdings, dass sich sehr viel von selbst lösen würde, wenn politversprechen (auch wahl~) einklagbar wären. ich denke, dass, wenn nur mehr realisierbares versprochen werden darf, sich über kurz oder lang die politlandschaft merklich verändern würde, nicht zum nachteil;)

man würde bereits mit wohldurchdachten konzepten, welche von fachmännern erstellt und letztendlich auch realisiert werden würden, zur wahl gehen, und die ehrlichkeit könnte auch dazu führen, dass das gemeine volk wieder etwas vertrauen findet und wieder verstärkt gebrauch von seinen demokratischen rechten macht...

dummerweise müsste solch eine entscheidung die derzeit herrschende politkaste treffen, also...
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Re: Quo vadis, Staatswesen?
« Antwort #5 am: März 04, 2011, 18:41:13 »
Du verzeihst, wenn ich den Thread zum Teil nun ins OT verschiebe, aber die Diskussion an sich schätze ich sehr wohl. Hat halt nur mehr wenig mit dem topic zu tun.

Beim Einklagen ergibt sich das Problem, dass sich kein Versicherer zur Risikoabdeckung finden wird. Das kennen wir ja z.B. auch bei der Atomkraft, bloß heißt da die Lösung "Steuerzahler". Genau der soll aber entlastet werden => ?!

Mich erstaunt ja, dass selbst auf Regierungs- und dem pendant, der Aufsichtsrats-Ebene, heute immer noch so wenig Regel- und Sicherheitssysteme gegen Fehlleistungen Einzelner eingebaut sind. Man müsste einmal Flugzeugtechnik in Sozialwissenschaften übersetzen :D
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Re: Quo vadis, Staatswesen?
« Antwort #6 am: März 04, 2011, 19:24:25 »
;)
das mit dem verschieben wollt ich dir vorhin vorschlagen...
---
warum findet sich kein versicherer?
weil das risiko zu hoch wäre (bei ~99.99%?), dass das versprechen gebrochen ist?
vlt sollte man genau hier ansetzen. weniger versprechen, die wahrheit und die möglichkeiten etwas weniger dehnen, dann bin ich mir sicher, dass auch die versicherungsprämien leistbar werden würden...

die sache mit den fehlleistungen einzelner ist eine eigene...
leider solls in dieser branche fallweise vorkommen, dass der kollektiv versagt...
und das fallweise mit voller absicht...
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Re: Quo vadis, Staatswesen?
« Antwort #7 am: März 04, 2011, 22:25:09 »
Stimmt, neben der Fehlleistung einzelner unkontrolliert zu mächtiger gibt's auch noch die Gruppenpsychose eines Machtklüngels - bestimmt eine ebenbürtige wenn nicht noch größere Gefahr.

Aber generell ist das System Leute aufgrund von Versprechungen gegen andere mit anderen oder sogar den gleichen Versprechungen nur anders angemalt abzuwägen, also dieses heute gewohnte Wählen von "Parteien" aus einer gewissen wissenschaftlichen Sicht mehr Voodoo als sinnvolle Organisation ;)
« Letzte Änderung: März 05, 2011, 07:38:10 von ANOther »
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Re: Quo vadis, Staatswesen?
« Antwort #8 am: März 05, 2011, 08:01:30 »
;) voodoo ist nett gesagt. auch andere parallelen zu religionsgemeinschaften fallen mir da gleich mal ein:
  • die anhänger bzw beitragszahler werden immer weniger
  • das durchschnittsalter der gemeinschaft steigt
  • die bereichsvorsteher kann man an der kleidung erkennen (die einen haben purpur, die anderen eben parteifarbenprächtige krawatten
  • das oberhaupt ist irgendwie gewählt, aber um gewählt werden zu können, muss es von einem inneren zirkel vorgeschlagen werden
  • die kommunikation intern lässt sich am besten mit "255.255.255.255" erklären...
  • die existenzberechtigung in der heutigen zeit ist durchaus gegeben, sofern der sprung in die gegenwart geschafft wird
  • die herausforderung ist, vor der selbstauflösung durch das natürliche ableben der mitglieder eben den sprung in die neuzeit zu schaffen
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Re: Quo vadis, Staatswesen?
« Antwort #9 am: März 05, 2011, 08:53:25 »
Sag ich ja :D
Meine Auffassung: Ideologien gleichen einander, ob religiös oder politisch ausgeformt in ihrer Funktion für die Gesellschaft. Sie dienen in erster Linie zur Festigung einer Gruppe unter Abgrenzung von anderen. Ich würde sogar noch weiter gehen und sie als die Weiterentwicklung des biologisch angeborenen Rassismus sehen.

Seit dem Zeitalter der Aufklärung wurden nun die Religionen in ihrer gemeinschaftsbildenden Funktion durch scheinbar säkulare Ideologien ersetzt. Ein geschätzter Philosoph, der mittlerweile verstorbene Arnold Keyserling, bezeichnete z.B. den Kommunismus immer als die letzte große christliche Sektengründung.

Es könnte noch ein weiter Weg sein, bis der Glaube an etwas in seiner Wichtigkeit weit hinter das Streben nach Wissen zurücktritt...
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