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Wacht auf, Verdammte dieser Erde

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Don Manuel:
Quelle: heise


--- Zitat ---Entweder der Krypto-Trojaner verschlüsselt die Platte oder Virenscanner und Updates nerven: Wer produktiv arbeiten will, sollte Nägel mit Köpfen machen und Windows endlich den Rücken kehren, findet Fabian Scherschel.
Windows-Anwender leben in Angst: Jeder Klick birgt die Gefahr, das Betriebssystem mit hinterhältigen Viren und Trojanern zu verseuchen. Und dabei könnte alles so viel einfacher sein – Linux ist kostenlos und funktioniert einfach besser. Wer mit seinem Rechner jeden Tag produktiv sein muss, kann es sich eigentlich gar nicht leisten, mit Windows zu arbeiten.
Stündlich werden tausende von Windows-Rechnern verschlüsselt, weil der Anwender auf den falschen Link geklickt hat oder irgendwo ein Update nicht eingespielt wurde. In Krankenhäusern müssen Operationen verschoben werden und hilflose Nutzer zahlen tausende von Euro an Lösegeld für ihre eigenen Daten. Was muss eigentlich noch passieren, bis die drangsalierten Massen ein Einsehen haben und dieser Software-Ruine den Rücken kehren?

Wacht auf, Verdammte dieser Erde
Klar, man kann und sollte einen Virenscanner einsetzen. Aber mal Hand auf's Herz: Wer gibt dafür schon gerne Geld aus? Mal ganz davon abgesehen, dass die Scanner oft eigene Lücken mitbringen, ist aktuelle Anti-Viren-Software nicht genug. Überall müssen Updates eingespielt werden. Im Gegensatz zur komfortablen Paketverwaltung in den meisten Linux-Distributionen ist das bei Windows schon fast ein Vollzeit-Job. Und wenn man wirklich Pech hat, ist die ganze Arbeit dennoch umsonst und der eigene Rechner wird trotz aktuellem Scanner und den ganzen Updates über den neuesten Zero Day in Office zum Zombie.
Langsam wird das Windows-Leben ganz schön ungemütlich. Werbe-Popups konnte man ignorieren und beim Banking-Trojaner zeigte sich das Geldinstitut oft noch kulant. Aber Krypto-Trojaner treffen uns da wo's weh tut: In den ungeschützten, nackten, ungebackupten Daten. Microsoft, Adobe, Oracle und die AV-Hersteller beweisen seit Jahren, dass sie diesem Ansturm nicht Herr werden. Es wird Zeit, endlich die Konsequenzen zu ziehen.
Auf Linux laufen meine Spiele langsamer und ich hab keine Kacheln und kein Office mit Kontext-abhängigen Menüleisten. Dafür sind meine Daten sicher und ich kann arbeiten, während die Windows-Nutzer überlegen, wie sie jetzt ganz schnell an die Bitcoins für das Lösegeld kommen. (fab)
--- Ende Zitat ---

Phototipps.com:
Quelle: heise


--- Zitat ---Die Anwendung bestimmt das OS

Ja wer das große Glück hat das alles was er benötigt auch für Linux oder OSX läuft, oder zumindest halbwegs adäquate Alternativen findet kann wechseln.

Aber es gibt leider immer noch einen gigantischen Berg an Anwendungen wo man ohne Windows nicht weit kommt.

Ich verwende Mac, wie auch Linux. Trotzdem habe ich meinen Windows Hobel, da die Software für mein Hobby (elektronik, cnc fräse, 3D Drucker) zu >80% ausschließlich für Windows zu haben ist. Ein nicht unerheblicher Teil sogar nur unter Windows 7 läuft.( Und nein VM geht auch nicht)

Windows hat generelle Architektur Probleme was IT Sicherheit angeht, aber solange ein erheblicher Teil der Software immer noch Win only entwickelt wird werden wir das Geraffel nicht los.
--- Ende Zitat ---

Dieser Kommentar ist mir zu 100% aus der Seele geschrieben. Da können noch so viele Gut-Prediger über Linux fantasieren, wenn ich die Anwendungen, die ich brauche (oder glaube, zu brauchen) nicht für Linux bekomme, nützt mir dieses Linux nicht. Noch immer sehe ich es als eine der größten Schwächen von Linux an, dass es einfach zu viele Distributionen gibt und es für die Hersteller von Soft- und Hardware dadurch verkompliziert, auf diesen Zug aufzuspringen.

Außerdem: nehmen wir mal an, das Verhältnis der Menge an Installationen auf Desktop-Systemen wäre zwischen Windows und Linux genau konträr - wie würde sich das auf die Sicherheit der Systeme wohl auswirken? Sprich, wie viel Anteil hat die Verbreitung des Systems, was das Gefahrenpotential und die Angreifbarkeit betrifft?

Don Manuel:
Mir sind in diesem Zitat die Hobbies in Bezug auf IT-technische Bedürfnisse zu wenig präzise erläutert sowie zu speziell. Ebenso unbegründet, warum nun eine VM nichts bringt.
Gar nicht wird auf die Möglichkeit des Zweit-Systems oder auf die Notwendigkeit einer I-Net-Verbindung für die speziellen Programme eingegangen.
Aber es stimmt schon, durch die eher geringe Verbreitung ergibt sich an sich eine geringe Attraktivität für Angriffe. Würde sich bestimmt ändern, wenn es verbreiteter wäre.
Zur Vielfalt der distros: da sind die Unterschiede rein technisch gar nicht so groß. Da bei Linux die Desktop-Umgebung und das OS zwei getrennte Dinge sind, kann der Laie mit unterschiedliche distros am gleichen Desktop kaum Unterschiede erkennen, während für den Fachmann unterschiedliche distros auch im Kern mehr Gemeinsamkeiten als Verschiedenheiten haben. Die command-shells (bash et al.) sind praktisch überall verfügbar, ebenso deren interne Befehle sowie System-Binaries mit deren Syntax.

Phototipps.com:
Ich bin eh schon verschrieen in diversen Computer-Foren, weil ich mich mit vollster Inbrunst über die Ignoranz der Hard- und Software-Industrie gegenüber Linux echauffieren kann. Eines meiner jüngsten Beispiele war eben, dass es für meinen (damals neu angeschafften) Laserprinter keinen Linux-Treiber gab. Gibt übrigens immer noch keinen, allerdings hat es sich mittlerweile herausgestellt, dass ein Treiber eines Mitbewerbers des Druckerherstellers passt. Und auf Anfragen hört man immer nur: Aufgrund der geringen Verbreitung wird auf die Unterstützung von Linux schlichtweg verzichtet. Klar könnte man jetzt entgegnen, dass mein Drucker ja ein GDI-Drucker wäre. Dennoch, für mich ist es schwer vorstellbar, dass man hier keinen adäquaten Ersatz unter Linux bauen könnte.

Oder: Ich glaub, ich hab auch schon mal meinen RAW-Konverter (Entwicklerprogramm für die Rohdateien von Fotokameras) DxO Optics Pro erwähnt; auch dieser Hersteller meint nur lapidar, dass es sich für ihn schlichtweg nicht rechnet, die Software auch für Linux anzubieten. Und ja, ich hab auch schon den einen oder anderen RAW-Konverter unter Linux ausprobiert (RAW-Therapee beispielsweise) - aber keiner von dennen erreicht auch nur annähernd die selbe hochwertige Qualität der Endergebnisse wie DxO. Also warum soll ich mich mit einer minderwertigeren Qualität zufrieden geben?

Und eine VM kommt für mich aus zweierlei Gründen nicht in Frage:


* Ich brauche dann trotzdem noch ein Windows-System, wodurch ich zumindest finanziell keine Ersparnis habe.
* Das Gast-System läuft in der VM deutlich weniger performant als auf einem regulären System
Ob der Kommentator auf Heise noch andere Gründe hat, demzufolge eine VM nicht in Frage kommt, kann ich nicht sagen.

Klar - wer lediglich einen tauglichen Office-Rechner braucht, der ist heute auch schon mit einem Linux-System gut bedient. Zumindest, wenn die Hardware unterstützt wird (siehe meinen Drucker).
 ::)

Don Manuel:
Deine Argumente kenne ich mittlerweile relativ gut und kann ich auch nachvollziehen. Ich könnte für diverse Dinge auch nicht auf Windows verzichten, mein Beispiel: man kann mit Linux wirklich unmöglich ein Live-Windows basteln ;)
Oder meine ganzen Drucker und Scanner brauchen alle zwingend XP.
 Ich übertreibe das aber ziemlich hier bei mir, denn da kann ich hinterm selben Bildschirm von Dos 3.3 bis openSUSE 12.3 alle DOS und Windows sowie einige Linux umschalten, ein Leben mit nur einem PC wäre für mich unvorstellbar. Brauche für alle meine Projekte heute schon alleine 5 Server...
Aber die meisten Stunden verbringe ich dann im Endeffekt wirklich wieder mit Linux. Anfänglich (ab 2000) habe ich es fast nur für's Web brauchen können und vor allem wollen, doch mit den Jahren habe ich einfach immer seltener zum Windows-Desktop gewechselt und es kommt heute vor, dass ich einen ganzen Monat für mich selber kein einziges Mal Windows boote. Und ich sehe doch bei einer erheblich Anzahl an Windows-Usern keine einzige Hardware oder Software, die Linux ausschließen würde. 

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