Autor Thema: Odyssee beim Umstieg von Win-7 auf Win-10  (Gelesen 77 mal)

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Odyssee beim Umstieg von Win-7 auf Win-10
« am: Februar 10, 2020, 21:16:05 »
Einfach, weil ich es mal los werden möchte. Nachdem ja für Win-7 keine Updates mehr vorgesehen sind (jedenfalls nicht kostenfrei), musste ich jetzt doch handeln und mich schwersten Herzens um eine Win-10 Installation umsehen. Da sehe ich auf Youtube eine Anleitung, demzufolge das Gratis-Update nach wie vor funktioniert. Voraussetzung ist, dass man ein aktiviertes Windows 7/8/8.1 hat. Also das entsprechende Tool von der Microsoft-Seite geholt und nach einer gründlichen Sicherung ausgeführt. Und es hat mal vernünftig funktioniert - bis dass der zweite Bootvorgang vorgenommen wurde. Nach diesem hat er nämlich alle bereits vorgenommenen Änderungen wieder rückgängig gemacht und ich fand mich wieder bei meinem alten Win-7 wieder. Die ausgegebene Fehlermeldung brachte nur dubiose Informationen, aber nichts Konkretes. Von zu wenig Speicher am C-Laufwerk über inkompatible Treiber oder Programme bis zu Reste früherer Linux-Installationen gingen die Meinungen im Internet. Auf der Microsoft-Seite war über die Fehlernummer nix zu finden.

Kleiner Hinweis: seit etwa 9 Monaten ging kein einziges Sicherheitsupdate mehr durch, deswegen habe ich das Tool von WinFuture.de verwendet, um die Updates zu installieren. Windows hat nach diesen monatlichen Installationen nie ein Update gefunden, welches fehlen sollte. Daher habe ich im WinFuture-Forum mal nachgefragt, ob die eine Idee hätten, wo mein Problem liegt und man hat mir das Upgrade-Vorbereitungstool nahegelegt. Das habe ich dann durchgeführt und war erstaunt - insgesamt hat das Tool genau 1102 kritische Fehler gefunden. Das Bereinigen hat dann gleich mal etwa 12 Stunden gedauert (inklusive der Recherche, welche KB's benötigt werden) und danach hatte ich wohl nur noch zu vernachlässigbare Fehler gehabt. Damit habe ich dann das Update nochmal gestartet und bin nochmal auf die Schnauze gefallen - und zwar deutlich früher als die vielen Male davor.

Interessanterweise gab es eine Fehlermeldung mit dem Hinweis, dass man den Microsoft-Support kontaktieren soll, wenn sich das Problem nicht beheben lässt. Also kurzerhand via Chat den Microsoft-Support gequält - und die wussten offensichtlich sofort, wo das Problem liegt. Aber dafür brauchen die Zugriff auf meinen Rechner, den ich mit etwas Bauchschmerzen gegeben habe. Insgesamt haben die dann sowohl auf meinem Rechner direkt als auch im Hintergrund daran gearbeitet und mein System soweit vorbereitet, dass das Update dann funktionieren soll. Dauer der Aktion: 1,5 Stunden! Und das am Sonntag Nachmittag!!! Und ohne Kosten für mich!!!!!!!!!!

Kurz: das dann angestoßene Update ist dann tatsächlich problemfrei durchgegangen und in etwa 30 Minuten hatte ich dann ein lauffähiges Win-10 mit allen Anwendungen, die ich auch in Win-7 hatte. Finde ich genial, das Service von Microsoft. Ich hatte mich insgeheim schon mit einer kompletten Neuinstallation konfrontiert gesehen, und dann das.
 ;)

Interessant wäre natürlich, zu wissen, was das Problem tatsächlich war ...

Wildfoot

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Re: Odyssee beim Umstieg von Win-7 auf Win-10
« Antwort #1 am: Februar 14, 2020, 20:22:11 »
Und fühlst du dich nun sicherer??

Denn dass du sicherer bist ist eh nur eine Illusion, dafür weiss nun MS sehr genau über dich Bescheid. ;)

Eine selbst ausgeführte komplette Neuinstallation wäre mir da sicher lieber gewesen.

Meine Mutter ist hier in etwa der selbe Spassvogel. Jahrelang sind ihr die Updates bei Win 7 egal (eigentlich sogar eher lästig), und kaum liest sie in den Medien, dass Win 7 abgekündigt wird, ist das Gerschei gross. :D


Gruss Wildfoot

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Re: Odyssee beim Umstieg von Win-7 auf Win-10
« Antwort #2 am: Februar 15, 2020, 11:16:16 »
Ob ich mich 'sicherer' fühle? Jein. Es war eine Entscheidung zwischen Pest, Cholera und Ebola.

Pest = Windows 7
Cholera = Windows 10
Ebola = Linux

Ich glaub, es ist auch hier bekannt, dass ich ja meine Probleme mit Linux vor Allem in seiner totalen Inkompatibilität einiger meiner Hardware und einigen Software-Paketen. Ich habs gut 9 Monate probiert, wo ich gar kein anderes BS hatte auf meinem Rechner als Mint Linux. Ich wäre zwar gut damit zurecht gekommen mit dem System selbst, aber wenn die Hardware nur unzureichend bis gar nicht unterstützt wird und die meiste kommerzielle Software unter Linux gar nicht funktioniert, dann ist die Entscheidung gegen dieses System nicht schwer. Beispiele: Mein Drucker, wo der Treiber für die Linux-Versionen aus dem Jahre 2014 nicht mehr funktioniert; kein brauchbares Pendant für Photoshop (Gimp ist für mich nicht verwendbar, da die Bedienung absolut grauslich ist), kein brauchbares Pendant für DxO Optics Pro (RAW-Entwickler für Foto-Dateien) oder auch die Digitalzentrale für meine Modellbahnanlage (die braucht zum Einrichtung ein Windows-System). Es ist auch nach der ungemein langen Zeit der Desktop-Linux-Systemen immer noch so, dass die Industrie diesen Systemen eher distanziert gegenüber steht.

Bei Windows 7 sehe ich halt das Problem, dass es keine kostenfreien Sicherheitsupdates mehr gibt. Da habe ich mich halt immer darum bemüht, dass mein Rechner möglichst zeitnahe die Updates eingespielt bekommt. Obs tatsächlich notwendig war/ist, weiß ich nicht - jedenfalls schlafe ich dann besser. Und das ist ja auch schon was wert. Und deswegen war es für mich keine Option, bei Windows 10 zu bleiben.

Also blieb nur die Neuinstallation von oder der Umstieg auf Windows 10. Ersteres wollte ich nicht, weil ich befürchte, dass ich einige Programme nicht neu unter Windows 10 installieren kann und auch die eine oder andere Hardware erneuert werden müsste, wenn es keine Treiber dafür gibt. Als Beispiel möchte ich meinen Uralt-Scanner anführen, wo ich schon Probleme hatte, den für Windows 7 zum Laufen zu bringen. Mit einem Trick aus dem Netz konnte ich ihn dann doch einrichten mithilfe eines Win-XP Treibers. Interessanterweise funktioniert dieser Treiber auch noch unter Windows 10, obwohl ich im Internet nur Berichte gefunden habe, dass der Scanner unter diesem Betriebssystem nicht mehr funktioniert und unisono gesagt wird, dass man um einen Neukauf nicht herum kommt.

Interessant ist auch, dass ich NACH dem update deutlich mehr Platz auf der Systemplatte habe. Vor dem Update wurden etwa knapp 70 GB auf der Systemplatte verbraucht, jetzt sind es nur noch 44 GB. Und: Ich habe auch das Gefühl, dass der Rechner auch merkbar schneller geworden ist. Hätte ich so eigentlich nicht erwartet. Irgendwie scheint sich mein System mit dem Update dem ganzen Müll entledigt zu haben, der zum Betrieb nicht notwendig ist.

Glücklich bin ich zwar nicht wirklich, aber ich denke, dass die Entscheidung nicht so verkehrt war.
 :)

Wildfoot

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Re: Odyssee beim Umstieg von Win-7 auf Win-10
« Antwort #3 am: Februar 15, 2020, 21:59:48 »
Die Philosophie bei den Updates ist bei Win 10 nochmals einiges frecher als es bei Win 7 schon war. Man kriegt richtig das Gefühl, dass man noch ganz knapp auf seinem eigenen Rechner geduldet wird. Daher ist hier wohl jedem meine Meinung zu den Automatischen Updates bekannt. Auch, dass ich diese immer gleich als erstes abdrehe.

Das habe ich zwar schon zu Win 7 Zeiten so gehandhabt, aber erst ab Win 10 erscheint mir das als ein absolutes MUSS. Ansonsten macht MS auf deiner Kiste gerade was sie wollen.

Von all den Daten, welche von dir gesammelt und an MS gesendet werden, wollen wir garnicht erst anfangen.

Aber du sagst es richtig, von der (Software-)Industrie interessiert sich niemand für etwas anderes als Windows. Das fängt schon bei der HW der grossen drei an (Intel, AMD, NVidia), gibt es da brauchbare Treiber für etwas anderes als Windoof?

Ist halt leider so...

Gruss Wildfoot

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Re: Odyssee beim Umstieg von Win-7 auf Win-10
« Antwort #4 am: Februar 16, 2020, 12:24:36 »
Ist es tatsächlich so schlimm mit den Updates? Jedenfalls ist mir noch kein Fall bekannt, wo Jemand das Gefühl hatte, er wäre 'nur geduldet' auf seinem Rechner. Und ganz ehrlich: Wenn ich nicht will, dass man Daten von mir abgreift, dann sollte ich sofort die Verbindung zu meinem Netzwerkrouter kappen. Da darf ich kein einziges mal im Internet einkaufen, ich darf nix suchen im Netz (ja, ich kenne auch die vielen alternativen Suchmaschinen, aber keine von denen kommt an das 'Orignal' heran, was die Suchergebnisse betrifft), ich darf keine Mails mehr versenden oder empfangen, ich darf kein Smartphon (oder überhaupt kein Mobiltelefon (oder nicht mal ein Telefon)) nutzen, ich darf keine Bankbeziehung pflegen und so Vieles mehr.

Ist das in Österreich im Jahre 2020 realistisch? Kann man so überhaupt noch leben?

Daher sage ich mal so: Ich versuche, so viele Vorteile aus der Situation für mich rauszuholen, wie nur geht. Und muss leider die vielen Nachteile in Kauf nehmen. Wirklich frei kann man nur sein, wenn man sein Leben zu 100% autark gestalten kann. Tja .... *seufz*


Wildfoot

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Re: Odyssee beim Umstieg von Win-7 auf Win-10
« Antwort #5 am: Gestern um 23:43:02 »
Nur ein kleines Beispiel:

Bei der Installation von Win 10 richtest du die HDD/SSD (Partitionen) genau so ein, wie du es willst und für richtig empfindest. Nach dem Update musst du aber feststellen, dass Win ohne dich zu fragen einfach an der Partitiontable rumgeschraubt hat und dir eine Versteckte Partition untergejubelt hat.Oder auf gewisse Ordner hast du, auch als Admin, einfach keinen Zugriff. Du musst Win effektiv am A... packen und mit einem Linux booten, wenn du wissen willst, was in diesen Verzeichnissen ist.

Ist das für dich die Definition von "Eigentümer deiner Maschine"??

Gruss Wildfoot