Autor Thema: OmniBoot als PXE-Server  (Gelesen 3744 mal)

Don Manuel

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OmniBoot als PXE-Server
« am: März 12, 2012, 21:35:22 »
Hab jetzt für die nächste Version eine Neuerung, die vielleicht manchen gar nichts sagt, aber in Zeiten von immer mehr bootfähigen Netzwerkschnittstellen einerseits, sei es bauartbedingt wie beim tablett-pc, oder bedingt durch Massenproduktion wie am konventionellen Motherboard, und andererseits der weiten Verbreitung von kleinen LANs, da macht das schon Sinn.

Worum es geht in kurzen Worten: ein pxe-server bietet über die Netzwerkkarte bootenden clients eine boot-Umgebung aus der das OS über das Netzwerk geladen werden kann. Diskless Client ist ein anderes Stichwortpaar dazu, auch thin client etc. Aber eine lokal vorhandene HDD schadet ja nicht, kann ja eventuell mal übers Netz mit einem Image versehen werden, oder die setup-Daten rüber kopieren etc.

Also eine Reihe von tasks abseits der reinen Notfallumgebung, für welche viele OmniBoot als vor allem gemacht sehen.
So einen Server habe ich bisher immer mittels der Adaptation von RIS-Services am Windows-Server realisiert, aber für die einfache freie Verbreitung und vor allem simple usability - also wie ich mir wirklich simpel vorstelle ;) - ist das nichts.
Seit der letzten Version haben wir Slitaz an Bord und das habe ich recht "ungschaut" integriert, weil ich auf den ersten Blick fasziniert von der Leistungsfähigkeit gepaart mit der Winzigkeit von gerade mal 35MB war. In der Folge fiel mir auf, dass Slitaz auch zahlreiche Serverdienste bietet, unter anderem alles, was für einen pxe-server nötig ist. Nach der Erforschung einiger bugs und Konfigurations-Finten habe ich seit gestern eine Bootoption für die nächste OmniBoot-Version die genau das Erdachte auch tut, also die gesamte OmniBoot-Palette, welche über PXE bootbar ist (entspricht der CD-Version) übers Netzwerk an Netboot-Clients zu verteilen.

Das ganze funktioniert so, dass dabei auch noch ein Webserver läuft, über den auch files downgeloadet werden können. Der OmniBoot Server setzt auf einem simplen lokalen Netzwerk auf, OmniBoot wird selbst zum DHCP-Server, OmniBoot nimmt sich 192.168.0.6 und, wenn da, wird ein Router und DNS Server auf 192.168.0.1 insofern unterstützt, dass eben alle Rechner dieses OmniBoot Netzes darüber gleich ins Internet kommen. Ist das nicht da, auch egal. Ab 192.168.0.20 werden dann IPs verteilt und jeder Rechner in diesem Netz kann eben von 192.168.0.6 übers Netz pxe booten.

Falls keine bootfähige Netzwerkkarte zur Hand ist, gibt es natürlich im neu eingerichteten Netboot-Submenu einen Kernel, der genau nur dafür gedacht ist. Neben dem oben beschriebenen Server finden sich auch noch von Slitaz und netboot.me zwei netboot-Lösungen, welche sich die bootfiles im Web abholen, also direkt aus dem Web booten.

Praktischerweise kann man über eine weitere config-Datei analog zur default-Sprache künftig auch einen default-boot einrichten - unterschiedlich für Netzwerk- oder lokalen boot.

Ich hoffe, dass genau damit auch andere ihren Spass haben werden, meiner ist mir jedenfalls gesichert  :D
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Wildfoot

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Re: OmniBoot als PXE-Server
« Antwort #1 am: März 12, 2012, 22:27:18 »
Zitat
OmniBoot wird selbst zum DHCP-Server,...

Hmm...

Ganz schlechte Idee, das beisst sich mit einem im Netzwerk eh schon vorhanden Router.  ???

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Re: OmniBoot als PXE-Server
« Antwort #2 am: März 12, 2012, 22:31:12 »
Überhaupt kein Problem. Hab ich selber genauso. Gewundert habe ich mich erst, als es auch mit nicht deaktiviertem DHCP im Router funktioniert hat.
Hätten mehr Router die Option, über DHCP die BOOTP-Info (pxe-server-ip sowie bootfile-name) zu verteilen, könnte man den DHCP bei OmniBoot auch weglassen. Aber da das die wenigsten können und es eben so und so funzt, habe ich mich für diese Lösung entschieden.
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Re: OmniBoot als PXE-Server
« Antwort #3 am: März 12, 2012, 23:30:43 »
Hmm...

Naja, ich will mir aber dennoch nicht unbedingt mein komplettes Netzwerk "zumderopsi" würgen. ;)

Aber gut, für mich ist das eh keine Option, ich bevorzuge nach wie vor Scheibe oder Käfer.  ;D

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Re: OmniBoot als PXE-Server
« Antwort #4 am: März 13, 2012, 10:32:17 »
Es ist zwar genau für so einfache Netzwerke gedacht, also nur für ein LAN mit optionalem Internetgateway. Keinesfalls direkt für's Internet oder für komplexere Netzwerkarchitekturen. Natürlich wird es genau dann selten eingesetzt werden, wenn nur so etwas vorhanden ist. Aber es kann schon praktisch sein, wenn man viele Maschinen zu warten hat, selbige von einer zentralen OmniBoot-Quelle über das Netzwerk zu booten und nicht mit vervielfältigten Boot-Datenträgern rumspazieren zu müssen oder DJ zu spielen.

Schade, dass MS wohl mit großer Wahrscheinlichkeit was gegen eine Verbreitung eines Live-Windows meinerseits im Rahmen von OmniBoot haben wird. Denn OmniBoot kann ein Live Windows 7 sogar über PXE booten :)
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Re: OmniBoot als PXE-Server
« Antwort #5 am: Dezember 02, 2012, 22:38:26 »
So, ab heute und dann eben im künftigen release kann OmniBoot auch über's web gebootet werden.
So etwas bietet im gegenwärtigen release z.B. auch Slitaz oder netbootme an.
Dafür gibt es jeweils einen kleinen kernel, also entweder das file /images/slitaz/gpxe oder das file /boot/syslinux/netbootme.
Omniboot's kernel wird auch im syslinux-folder landen und heißt dann /boot/syslinux/omniboot.lkrn. D.h. eigentlich ist er schon dort ;) - wenn man das root von Omniboot und von omniboot.at einmal verknüpft: http://omniboot.at/boot/syslinux/omniboot.lkrn. Die Neugierigen können das also downloaden und z.B. einfach auf eine der oben benannten anderen beiden Kernel umtaufen und den dann eben überschreiben. Dann muss keine cfg angepasst werden, nur merken, wer den jetzt wer ist ;)
Damit das auch funktionalen Mehrwert hat, ist über's web bereits der momentane Stand des nächsten releases bootbar :)
Ja, und dieses web-booting läuft alles über http, also port 80. D.h. keine unüblichen ports nach außen nötig in der Firewall zu öffnen!
Dafür gibt's auch die großen Distros nicht, welche auf einen nfs-server angewiesen sind, bzw. auch das Risiko der Server-Überlastung unnötig erhöhen ;)
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Re: OmniBoot als PXE-Server
« Antwort #6 am: Dezember 02, 2012, 23:11:19 »
Ich habe zwar nur beschränkt eine Ahnung von dem, was du da erzählst, aber es klingt grossartig.  *prostb*

Dennoch, ich bevorzuge die "Vollversion". Denn viele meiner Patienten haben keinen Web-Anschluss, da ist man dann froh, alles on-Disc zu haben. ;)

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Re: OmniBoot als PXE-Server
« Antwort #7 am: Dezember 03, 2012, 08:57:22 »
Natürlich, und Dein Fall wird auch der klassische bleiben. Denn um vom Web booten zu können benötigt man ja erst wieder diesen erwähnten kernel, den man von irgendeinem Medium booten muss.
Daher habe ich auch zuerst auf den lokalen PXE-Server fokussiert, denn auf einem Rechner den OmniBoot-PXE-Server starten und dann auf einem anderen lokal von der Netzwerkkarte booten und OmniBoot zur Verfügung haben, hat auch viele interessante Aspekte.
Ein Beispiel: Datensicherung von Rechner, der noch bootet, aber momentan keinen Monitor mehr hat, auch soll er keinesfalls physisch manipuliert werden. Auf diesem Rechner den OmniBoot-Server starten (BIOS-Einstellungen bezüglich CD/DVD oder USB müßten natürlich passen), der gibt per default alle Laufwerke per web oder nfs frei. Auch per ssh könnte man sich auf ihm einloggen. Somit können ohne Monitor und ohne auch nur den geringsten Hardwareeingriff alle Daten runtergesaugt werden.
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